Late Nerd Show: Der Nerd ist spät dran mit Geschenken? Wir helfen!

Nein, ich habe nicht vor, jetzt jedes einzelne Video, in dem ich mal mein Gesicht in die Kamera halte, hier auch noch unterzubringen. Nur, wenn es sich wirklich lohnt. Und in diesem Fall handelt es sich um einen regelrechten Marathon – ich schätze zwei Stunden saß ich schon da und habe Text zu Comics, Rollenspiel und Gadgets heruntergespult. Die vielen Versprecher und Hänger bekommt ihr natürlich nicht zu sehen, dank Nico (hinter der Kamera und am Schnittrechner und wichtiger Teil der Vorbereitung. Der Teil, der mir sehr viel Arbeit abnimmt und mich immer ermuntert bis in den Popo tritt, weiterzumachen.)

Es ist wirklich viel drin in dieser Weihnachts-Late-Nerd-Show. Kurze Erklärung: Die Late Nerd Show ist ein privates Steckenpferdchen, das zwar mit der Technik von meinem Arbeitgeber entstehen darf, aber eben in der Freizeit zusammengebaut wird. Hier geht es zu 100% um unsere eigene Begeisterung für die Themen, die da wären: Rollenspiel, Comics, Conventions und was man landläufig als lustigen Tinnef, Krimskrams, Kruscht oder Gadgets bezeichnet. Wir halten in die Kamera, was wir gerade aufgestöbert haben (ohje… kennt ihr das Ultra Comics in Nürnberg? Ich nenne es gerne ‚Nerdvana‘. Andere rauchen, ich kaufe Comics. Oder Actionfiguren. Oder Miniaturen. Oder oder oder…)

…und sagen eine Meinung dazu, die halbwegs objektiv ist. Da mein Kollege Nico und ich aber gemeinsam trotz natürlich blühender Jugend ein paar Jahrzehnte Erfahrung in allen zu besprechenden Bereichen mitbringen, sollte es auch einigermaßen fundiert sein, was da erzählt wird.

In dem Riesen-Rundumschlag ist diesmal unter anderem die Gareth-Box dabei. Das Schwarze Auge ist eigentlich immer irgendwie bei uns vertreten und diese Box dürfte uns mit ihrem enormen Umfang noch eine Weile beschäftigen. Eine andere Leidenschaft ist mit Batman: Noel vertreten… A Christmas Carol in Gotham, wunderschön illustriert. Unter meinen persönlichen Highlights und Überraschungen des Jahres finden sich Donjon, episch-abgefahrener Mehrebenen-Comic mit gewöhnungsbedürftigen Zeichnungen, FVZA mit Vampiren, knallharter Story und beeindruckend gutem Artwork, und der gezeichnete Reisebericht ‚Reise zum Kerguelen-Archipel‘.

Oh und verlost wird auch etwas. Einmal der Vampir-Comic-Wälzer 30 Days of Night, einmal der 90er-Jahre-Vorzeigecomic Battle Chasers zusammen mit einer Darksiders-Tasse (Joe Madureira war bei beidem Designschöpfer), eine Nobel-Kunstlederversion vom DSA-Myranor-Band Myranische Monstren und einmal das Contact-Regelwerk, in dem ihr mit gewiefter Taktik auf Alien-Jagd geht.

Viel geschrieben? Ja. Als Belohnung zur wall of text gibt es jetzt aber Video. Und wer was gewinnen will (wie sage ich im Video hoffentlich halbwegs verständlich) kann das auch auf dieser Seite tun. Jemand Fleißiges hat ja bereits jetzt schon bei der Hobbitrezension seinen Wunsch kundgetan ^^.

P.S.: Zur Sicherheit sollte man es dazu sagen aber – logischerweise hat niemand einen Anspruch auf Gewinn durch die Beteiligung am Spiel und ich werde auch keines der Bücher behalten und euch stattdessen Geld überweisen. Versteht sich ja von selbst. Wie bei allen Gewinnspielen also ;).

P.P.S.: Die automatischen Standbilder von Youtube hassen mich. Aber es dürfte auch schwer sein, mich mal mit geschlossenem Mund zu erwischen, wenn ich eigentlich die ganze Zeit labere während des Videos …

Der Hobbit – Rezension zum Mittelerde-Rollercoaster

Fangen wir doch mal mit diesem ‚Inhalt‘ an… Was bietet sich da besser an, als über Kino zu reden, über das ohnehin gerade alle reden?

Was habe ich nicht alles in Rezensionen zum Hobbit gelesen, bevor ich drin war. Andere meiden das ja eher, um unbefangen in einen Film zu gehen, aber schon jobtechnisch war das nicht drin.

Ein Meisterwerk! hieß es da. Ein ruhiges Tempo, wie sich das gehört für eine Tolkien Verfilmung. Ergänzt um Abschnitte aus dem Silmarillion sollte der Hobbit sein – da wurde ich hellhörig, denn was davon würde sich eignen und wie würde dieses sperrige, aber großartige Buch da hineingeflochten werden? Die Erwartungen waren entsprechend hoch und reichlich mit Kinospeisen bewaffnet klopfte das Herz schon freudig etwas schneller, als der Schriftzug zum Hobbit begleitet von Howard Shores Orchesteruntermalung erschien. Da fühlt man sich gleich 11 Jahre jünger und zurückversetzt in den verzauberten ersten ‚Herr der Ringe‘-Winter.

Und der Hobbit sieht dann ja auch aus wieder Herr der Ringe und startet sogar eng verschränkt mit dieser Verfilmung. Bilbo Baggins, zu diesem Zeitpunkt Ian Holme, beginnt mit dem Schreiben seines Roten Buches. Seiner Geschichte des ‚Hin und wieder zurück‘, wie er an Ring und Stich kam, woher er Gandalf kennt und eine Menge zwischendrin.
Diese Abschnitte sind ausgesprochen putzig und fügen sich sauber in den Herrn der Ringe ein – Bilbo versteckt Wertgegenstände vor seiner unliebsamen Verwandtschaft und lässt den geduldig für den schrulligen Alt-Hobbit arbeitenden Frodo das vertraute Schild an das Gartentürchen hämmern.

Es folgt ein erwartungsgemäß epischer Abschnitt zur Geschichte Erebors, des Zwergenkönigreichs unter dem Einsamen Berg, und wie es dem Drachen Smaug zum Opfer fiel. Schließlich wird der Rest der Trilogie sich ausführlich damit beschäftigen, den ganzen Ärger rückgängig zu machen. Ebenfalls erwartungsgemäß bekommt man hier Smaug noch gar nicht richtig zu Gesicht, nur die Folgen seines Überfalls, einzelne Blicke auf Krallen und Feueratem und eine sich ringelnde Schwanzspitze geben einen Eindruck von seiner Größe und entsprechenden Fürchterlichkeit. Man will ja auch den weißen Hai nicht sofort sehen, sondern sich noch ein bisschen gruseln können.

Und dann kommt der Abschnitt, über den einiges geschrieben wurde – langatmig, albern oder auch einfach nur ruhig und mit eigenem Tempo soll er sein. Eines ist er vor allem: Liebevoll nahe am Buch. Ein ganze Reihe Zeilen lang bekommen wir sogar ein direktes Zitat. Da geht einem doch das Herz auf.

Und eines merkt man sofort: Martin Freeman ist die einzig mögliche Besetzung für Bilbo. Mir fällt auch nach langem Überlegen niemand ein (also niemand halbwegs Bekanntes logischerweise) der diese perfekte British-ness verkörpern könnte, die zwischen Gemütlichkeit, Höflichkeit und stiller Empörung schwankt. Das Timing ist schlicht und einfach perfekt, wann immer Bilbo einen verwirrten Double-Take macht, versucht sich einzumischen, protestiert oder erschrocken ist. Allein um Martin Freeman in dieser Rolle zuzuschauen lohnt sich der Gang in den Film schon. Das war aber abzusehen – als Dr. Watson in ‚Sherlock‘ und als Arthur Dent im Anhalter war er der Vorzeigebrite mit trockenem Charme und hat so nun eine Art Trilogie des Englisch-seins vollendet. Als es zwischendrin in der Pre-Production hieß, er könne die Rolle nicht wahrnehmen, war meine Verwirrung groß – wer sollte den denn bitte ersetzen? Im wahrsten Sinne des Wortes also ganz großes Kino, Mr Freeman.

Die Zwerge allerdings sind etwas durchmischt. In der Vorlage entsteht auch leicht der Eindruck, dass es den Anführer Thorin gibt und dann ‚den Rest‘. Jackson und Co. versuchen irgendwie einen Mittelweg zu gehen und ein bisschen die Rollen zu verteilen, aber gehen dabei kurios ungerecht vor. Manche dürfen recht viel sagen, Exposition bieten, lustig rumalbern oder cool mit Waffen umgehen. Und dann gibt es andere wie Bombur, der den lieben langen Film nichts tut, außer dick zu sein. Er sagt kein einziges Wort! Auch Gimlis Papa Glóin darf gerade mal ein paar Elben anfahren, dann wird er wieder zum stummen Bartträger. So ist man schlussendlich schlicht verwirrt – wer war nochmal wer? Auch die Versuche, die Zwerge optisch voneinander abzuheben, sind teils etwas über das Ziel hinausgeschossen. Die Versammlung gigantischer Scherzartikelnasen, bescheuerter Hüte und noch bescheuerterer Frisuren ist schwer ernst zu nehmen (wenn auch erwartungsgemäß liebevoll gestaltet).

Generell ist das Ernst-Nehmen ein Problem den ganzen Film hindurch. Inszeniert wird der Hobbit mit Pathos, mit Zeitlupe, lodernden Flammen, geifernden Wargen und schmerzhaft schönen neuseeländischen Landschaften. Aber da der Film sich extrem eng an die episodenhafte Vorlage hält, verläuft die Handlung nach der Einstimmung auf das Thema wie eine Revuenummer nach der nächsten: Zwerge geraten in Bredouille, liegen oder sitzen herum und dann kommt ein Deus ex machina (meist Gandalf) der sie rettet.
Diese Schere zwischen ‚Bad Ass Dwarves‘ und Witzfiguren, die von Trollen in Tüten gepackt und gegrillt werden, ist einfach zu groß, um stimmig zu wirken. Einen Ausweg gibt es da für die Wahrnehmung: Der Hobbit ist ein Märchenfilm, kein Fantasyfilm. Dann darf man auch Figuren und Klischees und im wahrsten Sinne des Wortes magische Kaninchen aus dem Hut ziehen, denn Märchen haben nunmal ihre eigene Logik aus festen Erzählschemata und Archetypen. Wenn man das Hirn so von der suggerierten Verwandtschaft zum Herrn der Ringe wegbiegt, ist das alles okay. Nur wo da bitte Längen sein sollen, frage ich mich? Keine fünf Minuten kann man mal Luft holen, schon wird die nächsten Abhänge hinuntergepurzelt, in Schluchten gefallen und mit Orks gerungen. Das kontinuierliche Auf und Ab sträubt sich konsequent gegen eine filmische Dramaturgie. Wenn man alle zehn Minuten einen weiteren dramatischen Höhepunkt geliefert bekommt – natürlich mit Zeitlupe und tollen Kamerafahrten – ist der Effekt zum Ende hin etwas ausgelutscht.

Erzählerisch ist der Hobbit also eher kurios. Wie dies als Teil eines Meisterwerks gefeiert werden kann, frage ich mich – ich freue mich ja über schnuffige Details und all die kleinen Geschichten und Geschichtchen, aber das gesamte Gewurschtel fühlt sich dann eher an wie eine bunte Rundreise durch Mittelerdes Bedrohungen und Absonderlichkeiten. Mit Zwergen, irgendwer muss ja bedroht werden.

Abgesehen von den Zwergen gilt es aber noch ein paar Worte zur Darstellung der Figuren zu sagen – Gandalf, Saruman, Elrond und Co. kennt man ja bereits und die gesamten Elben überraschen wenig. Nur bitte Hohe Frau Galadriel, ihr weißer Dress hat durch die aufgeklebten Strasssteine zu viel an billiger Albernheit gewonnen.

Neu ist unter anderem Radagast der Braune. Wie Gandalf eigentlich so etwas wie ein Halbgott, eine mächtige Entität, die nur aussieht wie ein Mensch. Und auch wenn der Gute als schrullig angelegt ist, musste man ihn mit Vogelkacke im Gesicht herumlaufen lassen? Eklig und irgendwie unwürdig (aber wenigstens wissen wir jetzt, warum er ‚Der Braune‘ heißt. Okay, das war auch eklig). Und praktisch alle seine putzigen Tierchen waren reines CGI, was dank Uncanny Valley-Effekt eher irritierend wirkt.

Ähnlich geht es da mit den Bösewichten zu. Der Blasse Ork auf weißem Warg wobbelt mit seiner animierten vernarbten Gesichtsmasse herum. Das ist ungemein gut gemacht, aber wenn ich die ganze Zeit über nur bewundere, wie die Regeln des Dehnen und Stauchens aus dem Animateurs-Einmaleins angewendet werden, wie das Licht durch unterschiedliche Hautschichten gebrochen wird und wie die Feuchtigkeit in den Augen auf Licht reagiert… dann ist die Figur irgendwie doch nicht lebendig, sondern eine Fingerübung in technischer Trickserei.

Und die gesamten Goblins in ihrer Höhlenstadt sind eine Armee solcher ‚Oh, schau mal wie schön die Schatten sich auf seiner Haut verhalten!‘-Momente. Der König ist aber nicht nur deswegen eine Farce, sondern dank der zwar charmanten, aber unpassenden Performance von Kult-Transvestit Dame Edna als Gegner absolut unbeeindruckend. Überhaupt wirkt die gesamte Versammlung an Goblins durch ihre Albernheit unbedrohlich. Wo sind die denn bitte verwandt mit dem gruseligen Moria-Geschmeiß? Und, wenn wir schon dabei sind, warum sind sie in einem Moment so viel stärker als die eigentlich noch bewaffneten Zwerge und zwei Szenen später nur noch kreischendes Kanonenfutter, das massenweise von Holzstegen purzelt? Die armen Biester dürfen auch nichts machen, als einen weiteren Deus ex machina herbeizuzwingen.

Und nun aber zu der vermutlich besten Szene im ganzen Film. Bilbo und Gollum. Die schicksalsträchtige Begegnung tief im Fels und das Rätselraten. Ich weiß noch, wie ich mit zwölf von diesem Moment fasziniert war. Wie der Hobbit da verloren im Finsteren einen Wettkampf der Worte mit dieser gruseligen Figur ausficht. Andy Serkis, natürlich wieder überanimiert (aber noch mit deutlich mehr Sorgfalt als seine CGI-Kollegen) und Martin Freeman machen hieraus eine Show, einen Wettkampf, wer besser Bedrohung und Humor der Szene rüberbringen kann. Zwei Gestalten, begrenzter Raum und nur Rätsel und Worte, die ausgetauscht werden, aber hundertmal spannender und packender als alle Zeitlupenschwertschwingereien zusammen.

Absolute Stärken des Hobbits sind natürlich auch sein Design und sein Sound. Mein Gott ist Mittelerde wieder schön und voll beeindruckender Orte. Da gibt es einfach keine langweiligen Landschaften, keine durchschnittlichen Wanderwege, keine eher traurigen Mischwälder und keine harmlos aussehenden Berge. Alles ist toll, alles schreit einem zu, sofort, wenn nicht sogar schon gestern ein Ticket nach Neuseeland zu kaufen. Wie unfair, dass dieses harmlose Ländchen am anderen Ende der Welt so viel schöne Landschaft auf vergleichsweise wenig Raum bekommen hat! Und alles wird perfekt eingefangen. Im genau richtigen Licht erglühen die Berghänge, gegen den perfekten Sonnenuntergang stapfen fünfzehn Gestalten über einen makellos eleganten Hügelkamm. Das Auenland weckt die Sehnsucht nach dem eigenen Schrebergarten, alle Schreibfedern, Teller, Käseräder, Zäune und Blumentöpfe wurden liebevoll gefertigt. Selbst die hässlichen Dinge und Wesen wurden mit Bedacht designt und finden ihre richtige Größe, was bei all dem Hin und Her mit Menschen, Zwergen und noch kleineren Hobbits alles andere als selbstverständlich ist – wir erinnern uns aus dem Herrn der Ringe zum Beispiel noch an zu niedrige Geländer in Bruchtal.

Und der Klang – man fühlt sich nach 2001 zurückversetzt. Kein Wunder, abgesehen vom großartigen neuen Zwergenthema zur gesungenen Geschichte von Erebor wird hier fleißig wiederverwendet. Erneut sirren sich die Geigen einen, wenn Howard Shore Spannung aufbauen will, dröhnt der Ring mit vertrauten Klängen und das Auenland hat nur einige seiner Noten getauscht. Ein Klangteppich, der sauber sitzt, aber eben wenig Neues bietet.
Und ganz kurz noch zum Technischen: Ich war nicht in einem Kino mit der HFR-Technik. Aber bei der schon mehrfach erwähnten zahllose eingesetzten Zeitlupe sind mir schärfere Bilder bei schneller Bewegung jetzt nicht gerade als absolutes Muss für den Film aufgefallen. Das 3D war sauber, sorgte aber manchmal in Kombination mit dem vielen CGI für ein zusätzliches Gefühl der Falschheit, wenn weitere Tiefenebenen nicht nur nicht ganz echt aussahen, sondern auch nicht ganz korrekt weit weg vom Rest erschienen.
Und ja, am vielen CGI krankt der Film etwas. Der Herr der Ringe und seine Schlachten waren immer dann am besten, wenn echte Stuntmen sich mit echten Waffen zu Leibe gerückt sind. Wenn wirklich Schwert auf Schwert gehämmert wurde und reale Personen in den Schlamm sanken. Wegen der Größenprobleme zwischen Zwergen und manch anderen Kreaturen, wegen der Nichtexistenz von Wargen und wegen der Entscheidung, auch per Make-Up-Effekt darstellbaren Orks CGI zu verpassen, dürften zahlreiche Kampfszenen hier ohne Gegner und zu Teilen nur vor Greenscreen stattgefunden zu haben. Das nimmt die Wucht heraus und führt teils – vor allem bei den Goblins – zu einem sterilen Star Wars-Prequel Gefühl. Gerade bei einem Team und einem Franchise, das bisher stark auf ‚reale‘ Bestandteile, mehr auf Modelle als auf reine Animation und auf Make-up und Props gesetzt hat, ist das irgendwie schade. Die Weta Workshops haben doch bewiesen, wie großartig sie so etwas können. Warum durften jetzt soooo oft nur die Kollegen von Weta Digital ran?

Fassen wir also zusammen: Die Inszenierung mit ihren Epik-Elementen passt nicht so recht zum teils albernen und immer sprunghaften Inhalt und zu viel Mittelerde kommt mir aus dem Computer.

Ich mag den Film trotzdem. Es sind so viele schöne Anspielungen und Details darin, die gerade Tolkien-Freunde zu schätzen wissen werden (auch wenn das mit dem Silmarillion eine deutliche Fehlinformation war). Er sieht wunderschön aus, ist technisch einwandfrei und mein Gott ist es eine Freude, Bilbo zuzuschauen. Auch den alten Bekannten wie Ian McKellen, Christopher Lee, Hugo Weaving und Cate Blanchett schaut man gerne noch einmal zu (obwohl Christopher Lee, erbost über sein Fehlen in der Kinoversion von Rückkehr des Königs, sich kaum über die vielen Bestandteile seines Textes freuen wird, die zu Gunsten anderer Elemente in den Hintergrund gefaded werden). Es ist eine schöne, das Herz erquickende Reise durch Mittelerde. Aber ein Meisterwerk? Nein, dazu ist der Film in sich zu inkonsistent im Auftritt, zu wirr in seiner Dramaturgie. Was er ist, ist ein perfekter Reel von Szenen, die man im Hintergrund laufen lassen kann, während man an anderen Dingen arbeitet. Wann immer man aufschaut wird man etwas Schönes, Beeindruckendes oder Gruseliges sehen. Aber da es keine wirklich klare Struktur gibt, macht es auch nichts, Teile zu verpassen. Die Zwerge werden ja eh schon gerettet. Von jemand anderem, versteht sich, nicht aus eigenem Antrieb.

7,5 von 10 Punkten sind es abschließend, 8 weil es sich so schön angefühlt hat, nochmal Mittelerde auf der Leinwand zu sehen. Wer zu denen gehört, die für 40 Euro Extended Versions gekauft haben, um haufenweise herausgeschnittene Szenen zu bekommen: Ihr kriegt hier für den Preis einer (teuren) Kinokarte gleich 3 Stunden solcher schönen, aber nicht ganz zusammenhängenden Szenen.