Super Dungeon Explore – Ein Interview aus logistischen Gründen

Chibi-Helden in Dungeons – jetzt frisch mit Zentauren

Kurz bevor das Chibi-Tabletop Super Dungeon Explore seinen neuen Kickstarter gestartet hat, konnte ich mit John Cadice, dem Chef von Sodapop Miniatures (die es herausbringen) ein wenig über das Spiel, neue Regeln und den prozentualen Anteil an weiblichen Spielern plaudern.

In einem etwas komplexen aber irgendwie sinnigen Linkballett gibt es das Interview in vollständiger geschriebener Fassung jetzt hier. Dafür gab es einen Ausschnitt und eine Vorstellung des Kickstarters auf tv.orkenspalter.de, wo wir jetzt auch die deutschen Regeln für den neuen Arenamodus für die putzigen Minimonster zum Download anbieten. Geschrieben gibt es das Interview, weil die Skype-Verbindung in die USA mal wieder bescheiden war und niemand ein Video mit einem Frame pro Sekunde länger anschauen kann (außer um es abzutippen und zu übersetzen, was ich hiermit für alle Interessierten getan habe). Dies ist zunächst die erwähnte Show:

 

 

Und hier ist das Interview:

Orkenspalter.tv: Erstmal danke, dass du dir die Zeit nimmst, über Forgotten King zu reden. Das ist die nächste Erweiterung, die für Super Dungeon Explore rauskommt, richtig?

John Cadice: Das ist richtig. Es ist ein bisschen anders als die anderen Erweiterungen, die wir rausgebracht haben, und wir zeigen euch gerne, woran wir arbeiten.

O: Ihr habt schone in bisschen was darüber angekündigt, was in der Erweiterung drin sein wird. Zum Beispiel sollen alle der Miniaturen diesmal vollständig zusammengesetzt sein. Wie kam es zu der Entscheidung?

JC: Das war sehr wichtig für uns. Das ist das erste Super Dungeon-Produkt, dass Soda Pop Miniatures gänzlich alleine, ohne die Unterstützung von Partnern herausbringt. Deswegen wenden wir uns über Kickstarter an die Fans, um die erste Auflage herstellen zu können. Die Idee war aber, mehr als nur eine Erweiterung für das Spiel zu entwickeln, sondern einen guten neuen Einstiegspunkt zu schaffen für alle, die an dem Produkt interessiert sind. Das heißt auch, dass wir wirklich auf unsere Kunden gehört haben. Und die wollten auf jeden Fall fertig zusammengesetzte Modelle haben – außerdem haben wir uns die Zeit genommen, um das bestehende Regelwerk zu überarbeiten und zu straffen. Darüber hinaus bringen wir ein paar neue Dinge ein, die sich die Kunden in den letzten Jahren gewünscht haben.

O: Und was sind die wichtigsten Dinge, nach denen gefragt wurde? Abgesehen von den fertig zusammengesetzten Miniaturen.

JC: Das war eher ein Zeitfaktor – man kam einfach nicht so schnell zum Spielen, die Leute mochten es schon, die Figuren zusammenzusetzen. Fertige Miniaturen waren schon eine wichtige Sache, aber vor allem ging es darum, den Spielern etwas Neues und Unterhaltsames für ihre Sammlung zu geben. Aber aus unserer Sicht musste auch das Regelwerk einige neue Dinge leisten. Es war schon immer grundlegend in Ordnung für das, was wir erreichen wollten. Wir wollen ein schnelles, bei dem mit vielen Würfeln auch viele Monster erledigt werden. Man konnte schnell in den Spaß einsteigen. Derzeit ist aber eher der Trend, dass Spieler ein kooperatives Erlebnis wollen und sich nicht dazu gezwungen fühlen wollen, eine Rolle einzunehmen wie die des Dungeons in unserem Fall, das die Monster produziert.

Das ist zwar ein sehr unterhaltsamer Teil unseres Spiels und wir werden ihn immer beibehalten. In unseren neuen Regeln nennen wir das nun „Classic Super Dungeon Explore“. Wir haben aber jetzt auch etwas eingeführt, dass wir den „Arcade Mode“ nennen. Das ist die kooperative Version des Spiels, bei dem man mit all seinen Freunden zusammen gegen ein völlig automatisch agierenden Dungeon spielen kann. Das nimmt einem alle Entscheidungen für die Monster ab und erzeugt die Würfe und Kämpfe nach festen Regeln und lässt die Gegner so agieren, dass es für alle am Spieltisch spaßiger und interaktiver wird. So wird keiner als „Böser“ ausgegrenzt.

O: Wie wird das funktionieren? Werdet ihr mit KI-Karten arbeiten, die die Handlungen des Dungeons zufallsgenerieren?

JC: Es wird eine KI-Komponente geben, aber wir bringen mehrere neue Dinge in das Spiel ein, über die wir im Rahmen der laufenden Kickstarter-Kampagne reden werden. Wir haben aber gezielt zwei bestimmte Dinge eingebracht. Eins davon ist nicht nur die KI-Komponente, die dem Dungeon die Handlungen vorlegt und festlegt, wie alles funktioniert, denn darüber hinaus wollten wir auch Methoden für die Erkundung des Dungeons festlegen. So hat das Betreten neuer Räume und neuer Bodenplatten verschiedene Effekte, die die Spieler dazu anregen sollen, den ersten Raum zu verlassen und sich in Kämpfe zu stürzen und erkunden zu gehen.

Wir fügen also dem Spiel etwas mehr Tiefe hinzu. Damit legen wir aber einen neuen Standard für kommende Erweiterungen fest, an dem wir schon eine ganze Weile gearbeitet haben. Dazu zählt auch unser Kampagnenmodus, genau wie die frühe Beta-Version eines Modus‘, den wir „Arena“ nennen. Das wiederum ist eine Version, in der man mit den Figuren, die man schon in der Sammlung hat, Spieler gegen Spieler antreten kann, was wir ziemlich cool finden.

O: Lass uns auch etwas über den Stil reden. Die Erweiterungen hatten ja bisher immer eine Art Thema. Wie wird das für Forgotten King aussehen? Mit welcher Art Monster müssen wir rechnen?

JC: Forgotten King führt eine Reihe von neuen Familien von Monstern ein. Im Zentrum steht natürlich der große Boss, den wir einfach nur Forgotten King nennen. Wir wollten dabei unserem Regelsystem auch etwas mehr zum Hintergrund der Welt von Super Dungeon Explore hinzufügen. Immerhin haben wir inzwischen einiges an Inhalten dafür erarbeitet. Es gibt jetzt also so etwas wie eine Geschichtsstunde zu Crystalia, dem magischen Fantasy-Land in dem alles spielt. So kriegt man etwas an Hintergrund, bevor man mit dem Spiel beginnt. Das ist uns wichtig für alles weitere, was noch kommen wird, weil es in diesen Hintergrund eingebettet wird.

Der Forgotten King lebt unter einem Landstrich, den wir die Lordship Ruins nennen. Die liegen nahe am der Burg von Crystalia im Fae-Wald. Dort wurde er für lange Zeit gefangen gehalten und wurde zusammen mit all seinen Dienern verflucht. Er hat vor langer Zeit einmal einen Aufstand gegen den rechtmäßigen König von Crystalia angeführt. Dafür wurden er und alle Anhänger dazu verflucht, eher tierisch anmutende Monster zu werden. All seine Ritter wurden also zu fiesen kleinen Kreaturen, die eine Art Nachahmung ihres inneren Ichs waren. Und da der Dunkle Konsul bei dem Aufstand gegen den König seine Hand im Spiel hatte, hat dieser auch die Wesen des umliegenden Waldes in eine Art von Wesen verwandelt, die wir die Kodama nennen. Das sind pflanzenartige Monster, von großen menschenfressenden Pflanzen bis hin zu kleineren Wesen, die rumrennen und Rettiche nach dir werfen.

All das erlaubt es uns, das Thema eines verwunschenen Waldes zu verwenden, zu dem wir noch eine Menge hinzufügen können. Der Vorteil des Kickstarters ist jetzt, dass wir all diese Ideen nehmen und in eine große Box packen können. Außerdem werden wir noch ein paar zusätzliche Sachen haben, die wir obendrauf packen können, was vor allem für die Sammler cool sein dürfte. Es wird also wieder eine Menge an unterhaltsamen Charakteren und Monstern geben.

O: Und es wird sicher auch neue Helden geben. Welche Archetypen verwendet ihr da diesmal?

JC: Wir bringen dabei unter anderem ein neues Volk ins Spiel ein, die Zentauren. Der dazu gehörende Charakter in diesem Set wird die „Thundervale Huntress“ sein. Die sind groß und haben auch eine größere Base. Große, aggressive Charaktere mit viel Kraft und Energie. Wir stellen in dem Set auch „Princess Emerald“ vor, die die zweite von fünf Prinzessinnen in Crystalia ist, die man im Laufe der Zeit wird treffen können. Sie ist also auch wichtig für die Story. Von der Ausrüstung her ist sie eher eine Steampunk-Kundschafterin. Außerdem haben wir unsere Elfen-Alchemistin, die eine Meisterin der Trankherstellung ist. Sie hat eine Reihe starker Fähigkeiten, um ihre Gruppe zu unterstützen. Und wir haben unseren „Questing Knight“, der ein schwer gepanzerter Waffenmeister ist, der einige an coolen Eigenschaften mitbringt. Das ist also eine gut ausbalancierte Truppe, die auch gut zu den bisherigen Figuren passt. Die Erweiterung rundet eine Sammlung also in Sachen Helden einfach gut ab.

Wir wollten natürlich auch sichergehen, dass das Produkt rückwärtskompatibel ist. Also kann man alle Figuren, die man schon hat, ebenfalls in das Set einbringen.

O: Aus deiner Erfahrung mit den Fans heraus – und zur Stillung meiner privaten Neugierde – hast du den Eindruck, dass besonders viele Frauen Super Dungeon Explore spielen? Ich kenne einige Frauen, die es spielen, auch wegen der verboten niedlichen Chibi-Monster.

JC: Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich darüber beim ersten Entwurf des Produkts nicht nachgedacht hätte. Für mich war es aber vor allem wichtig, etwas zu entwickeln, das einfach eine größere Reichweite hat, wenn man das so sagen kann. Wir haben bei den ersten Prototypen viel darüber geredet. Ich habe ja auch schon viel mit anderen Herstellern in dem Bereich zusammengearbeitet und viel Zeit in dem Hobby verbracht. Es gibt irgendwann den Punkt, wo man bei all dem Blut, den Schädeln und Äxten, Feuer und Tod und explodierenden Dingen feststellt, dass man damit eine eher begrenzte Zielgruppe anspricht. Jeder in meinem und deinem Alter, den ich kenne, hat von Kindheit an Videospiele gespielt. Wir haben unsere Marios und anderen Figuren gespielt, die für eine sehr breite Zielgruppe angelegt waren. Warum also nicht eben all diese Leute ansprechen?

Außerdem ist es ein cooles Fantasy-Abenteuer, indem ich immer noch meine unterhaltsamen Monster und ein sehr strategisches Spiel haben kann, aber eben in einem Design verpackt, das nicht gleich abschreckend wirkt. Ich denke das war eine wirklich gute Idee – und es gibt inzwischen ja auch einige Nachahmer, die unser Produkt mögen und ähnliches auf den Markt bringen wollen. Das ist ja auch okay, aber wir sind stolz darauf, die ersten gewesen zu sein. Und wir werden auch weiterhin mit unserer Community am Ball bleiben.

O: Vielen Dank für das Interview!