Star Wars Rebels: Mit geschlossenen Augen ein tolles Gefühl

Im Rahmen der Kino-Tour, die derzeit mit dem Pilotfilm zur neuen Star Wars-Animationsserie Rebels läuft, konnten wir uns den Einstieg zu der Geschichte in den “Dark Times” zwischen den Trilogien schon letztes Wochenende ansehen. Ich war etwas übernächtigt, aber es gibt trotzdem in der aktuellen Holonet-Show ein Statement dazu.

Wie vielleicht zu erwarten bin ich nicht mehr so übernächtigt und habe noch ein bisschen gegrübelt und Gedanken ausgetauscht und mich endlich ans Tippen gesetzt. Denn Rebels könnte wirklich toll werden und ich würde mich tierisch drüber freuen, aber es gibt da so eine imaginäre Szene, mit der ich mir das Endprodukt erkläre, das wir zu sehen bekamen.

Jemand schlägt begeistert und vom Produkt überzeugt ein Serienkonzept vor. Von mir aus Dave Filoni. Er erzählt: “Und es wird eine zusammengewürfelte Crew, alle mit unterschiedlichen Hintergründen und Absichten. Das Schiff gehört einer Twi’lek, aber keine so sexy alberne Twi’lek, sondern eine, die eben ihr eigenes Schiff hat, super fliegen kann und der verantwortungsvolle, entschlossene Charakter ist und sowas wie das moralische Gewissen. Und dann haben wir so einen großen, lauten, etwas gewalttätigen … so einen Jayne Cobb halt. Und dann als zweite Frau eine Kopfgeldjägerin, aber die ist nicht nur taugh und sprengt Dinge in die Luft, sie ist auch feminin und etwas extravagant, das heißt aber nicht, dass sie nicht in voller Rüstung in die Schlacht zieht. Und zum Schluss einen Ex-Padawan, der vor seiner Berufung als Jedi flieht und zwischen Ich-will-was-Gutes-tun und Das-Universum-kann-mich-mal schwankt. Und dazu kommt das coole Schiff, ein super Droide mit genervtem Verhalten und improvisierten Teilen und wir verwenden ganz viele Originalentwürfe von damals während der Preproduction von Episode 4 und Originalsounds und Musik, die zur alten Trilogie passt und werden sehr viel mehr Original als Prequel vom Stil her.”

Und dann sagt jemand: “Klingt cool! Aber es soll für Kinder sein, also packt noch ein Kind als Identifikationsfigur rein, am besten ist der auch ein Jedi-Kandidat, denn wir wollen alle mehr Lichtschwertkämpfe. Und alberne Sprüche. Und weil Kinder das sonst nicht kapieren, müsst ihr positive Lebensbotschaften extrem offensichtlich da reinstopfen und immer und immer wieder in die Dialoge packen.”

Argh! Es ist einfach so, die Idee hinter Rebels ist toll, die Charaktere könnten super sein, aber dann ist jemand mit einem Bügeleisen drüber gegangen, hat alle interessanten Details geglättet und dann noch ein bisschen Strass draufgepackt, damit die “Kids” das interessant finden. Was für alle Beteiligten unfair ist, denn dass man großartige Action-Serien für Kinder machen kann OHNE sie für dumme Würstchen zu verkaufen, haben doch zum Beispiel Last Airbender oder Legend of Korra gezeigt. Warum müssen da furchtbar plumpe Dialoge und extrem gekünstelte Konflikte rein? Warum dieses Kind, das einfach nur etwas nervig ist und keinen weiteren Sinn macht?

Natürlich werde ich Rebels wenn möglich weiter verfolgen (aber Pay-TV, juhu). Ich habe auch Clone Wars geschaut und Kinder, schlimmer wird’s nicht mehr. Immerhin haben wir keine dämlich Ah-Oh-Roger-Roger-Droiden mehr. Aber für mich gibt es wohl keine Hoffnung mehr, was die Marke Star Wars angeht. Doch, eine: Dass Rebels sich mausert und wirklich noch zu einem coolen Produkt wird. Und die neuen Filme keine Katastrophe werden. Fügt hier das Leidenslied eines jeden Fans der alten Trilogie an, der den Wandel der Zeiten und die eigene fortschreitende Hirnarthritis beklagt. Dabei versucht sich Rebels sogar bei einem anzubiedern und bringt die ganze Zeit optisch oder im Text anleihen an die alte Trilogie und verwendet die richtige Musik und die richtigen Soundeffekte. Das heißt aber nur, dass mit geschlossenen Augen und ohne Dialoge ein tolles Gefühl aufkommt, aber sobald wieder jemand blödes Zeug von sich gibt oder man kurz auf die Leinwand spitzt, geht das dann doch wieder kaputt.

Eins noch zum Aussehen der Serie: Animationen sind so lala, Modelle zwischen okay und echt gut, aber die Texturen! Vielleicht springt es einem im Kino deutlicher in die Netzhaut, aber manches war einfach furchtbar pixelig-hässlich, so als habe man als Quellenmaterial einen Shooter der Jahrtausendwende verwendet.

So. Habe fertig. Warte auf weitere Folgen …

 

P.S.: Die Wookies waren mal kacke. In jeder Hinsicht. Schlechte Modelle, schlechte Texturen, schlechte Animationen, schlechte Einbindung in die Story.

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