Star Wars und die Diversität

Das Embargo, vor dem zumindest in Dland nicht berichtet werden durfte, ist gefallen und euer Newsfeed garantiert voll von Star Wars. Wir haben auch jetzt erstmal dieses Video, in dem ich sogar halbwegs kohärent erzähle, wie der Film sich denn in der Pressevorführung gemacht hat – und heute Abend wird auch noch erstmal ab 20:00 und dann später tiefnachts nach der Mitternachtspremiere auch nochmal auf dem Orkenspalter-Twitch-Channel geredet.

Daher ansonsten hier nur ein kleiner Text zu etwas, bei dem ich oft eher still bin, das mich aber dennoch in der Regel umtreibt. Die Medien und die Diversität. Ich feiere jede Figur in Film, Fernsehen und Büchern, die vom Standarderfolgsrezept des weißen, männlichen Heterohelden abweicht. Was nicht heißt, dass es nicht genügend weiße, männliche Heterohelden gibt, die mir zusagen – ich war gerade in Star Wars und habe mich wie ein Schulmädchen darüber gefreut, dass wieder ein Han Solo dabei ist.

Warum denn dann überhaupt auf Teufel komm raus „andere“ Charaktere in Filme und Co. einbringen, heißt es dann oft, wird hier ein Krieg gegen weiße, männliche Heteros geführt? Kommt mal runter, falls das euer erster Gedanke war, es gibt noch genug Rollenvorbilder dieser Art und wird es auch ewig geben, selbst wenn wir jetzt sofort solche Hauptcharaktere abschaffen, weil seit der Antike davon genug für einige Jahrtausende produziert wurden. Und nein, es ist auch kein „auf Teufel komm raus“, mehr ein „hier ist auch noch Platz für andere, rückt mal“. Und warum? Am besten lässt sich das vor Augen führen, wenn man einmal auf einer Genre-Convention ist. Und dann sieht man ältere Frauen, die Carol aus The Walking Dead cosplayen, weil es endlich mal eine grauhaarige Frau gibt, die total badass ist. Oder ein kleines Mädchen mit ‚locks, das als Miniatur-Michonne herumläuft und sich darüber freut, dass so eine coole Figur aussieht wie sie selber. Leute aller Hautfarben, aller Geschlechter, allen Alters und aller Körperformen sollen exakt dieses Gefühl ebenfalls genießen können, dass da jemand ist WIE SIE.

Und wir sind eben nicht alle weiß, (cis-)männlich und hetero.

Wenn nun eine Marke kommt wie Star Wars, der an Zugkraft und internationaler Beliebtheit kaum etwas gleichkommen kann, dann ist es ein aufmunterndes und positives Zeichen, wenn sie eben das im Gedächtnis behält. Es ist eine bunte Galaxis und warum soll es dann nicht so sein, dass die Protagonisten verschiedenste Hautfarben, verschiedenstes Alter und verschiedenstes Aussehen mitbringen?

Das Wichtigste und Schönste daran ist: Diese Figuren sind in erster Linie einfach sie selbst. Keine ist ein „Token“, eine Quoten-Minderheit. Jede neue wie alte Person würde auch mit anderem Geschlecht oder anderem Aussehen genauso gut als Charakter funktionieren, niemand wird als hübsche oder exotische Deko benutzt. Die Figuren SIND einfach.

Natürlich ginge immer noch mehr. Aber Beziehungen, egal welcher Sexualität … äh … nach dem Autounfall Padme und Anakin bin ich froh, wenn wir sowas weiterhin vermeiden können und wegen mir können Han und Leia weiter das einzige richtige Pärchen der Galaxis bleiben. Und es sind auch alle Figuren mehr oder minder dünn und durchtrainiert. Luft bleibt halt immer nach oben bei einer so für die Masse aufgestellten Produktion. Trotzdem: Star Wars ist für uns alle, egal wie wir aussehen und wer wir sind. Und es ist schön, dass das sich auf der Leinwand zusehends mehr wiederspiegelt.

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